Leinenführigkeit & Rückruftraining: Tipps von espeleo-cat.org

Du wünschst dir Spaziergänge, die ruhig beginnen und entspannt enden – ohne Ziehen, ohne Stress, dafür mit dem guten Gefühl, deinen Hund jederzeit freundlich und sicher lenken zu können? Genau darum geht es: Leinenführigkeit und Rückruftraining. Mit einem klaren Plan, kleinen Schritten und Belohnungen, die sich wirklich lohnen, wird aus täglicher Frustration echte Teamarbeit. In diesem Gastbeitrag für die Community von espeleo-cat.org findest du eine umfassende, praxistaugliche Anleitung, die dich vom ersten Signal bis zum zuverlässigen Verhalten in Alltagssituationen begleitet. Lass uns loslegen – dein zukünftiges Ich (und dein Hund) werden es lieben.

Wenn du darüber nachdenkst, dein Trainingskonzept um weitere bewährte Methoden zu erweitern, lohnt sich ein Blick auf die Klickertraining Grundlagen und Aufbau. Diese Anleitung erklärt detailliert, wie du den Clicker als präzisen Marker für erwünschtes Verhalten nutzt und schrittweise einen stabilen Signalwert aufbaust. Das Clickertraining ergänzt Leinenführigkeit und Rückruftraining optimal, weil es klare Kommunikation und schnelle Erfolge fördert. Viele Teams merken schon nach wenigen Tagen: Das Timing wird besser, der Hund versteht schneller, und die Motivation steigt – perfekt, um draußen unter Ablenkung präziser zu arbeiten.

Natürlich spielt nicht nur die Spaziergangsethik eine Rolle, sondern auch das Wohlergehen deiner Vierbeiner in den eigenen vier Wänden. Gerade beim Welpen oder Junghund ist es essenziell, frühzeitig auf Sauberkeit draußen zu achten. Unsere umfassende Anleitung zur Stubenreinheit Schritt für Schritt führt dich durch jeden Entwicklungsschritt, erklärt geeignete Pausenzeiten, Belohnungsstrategien und gibt praktische Tipps, um frustfrei und effektiv Sauberkeit zu etablieren. Das hat mehr mit Leinenführigkeit und Rückruftraining zu tun, als man denkt: Ein strukturierter Tagesablauf, klare Routinen und punktgenaues Belohnen erleichtern den Transfer vom Zuhause ins Draußen ungemein.

Zusätzlich bietet die Rubrik Verhalten & Training eine Vielzahl an Artikeln, die sich perfekt in dein Trainingskonzept einfügen. Von Grundkommandos wie Sitz, Platz und Bleib über gezielte Spieleinheiten bis hin zu Problemlösungen bei unerwünschtem Verhalten – hier findest du praxisnahe Anleitungen, Experten-Tipps und Methoden, die dein Leinenführigkeit und Rückruftraining sinnvoll ergänzen und den Alltag angenehm gestalten. Wenn du systematisch vorgehst, fühlst du dich schon bald sicherer in deinem Timing, deinem Belohnungsmanagement und in der Wahl der richtigen Übungsorte.

Leinenführigkeit und Rückruftraining: Grundlagen, Ziele und Vorteile

Leinenführigkeit und Rückruftraining sind die zwei Superkräfte deines Alltags. Leinenführigkeit heißt: Dein Hund geht an lockerer Leine, orientiert sich an dir und kann trotzdem schnüffeln und die Welt entdecken. Rückruftraining heißt: Dein Hund kommt zuverlässig, wenn du ihn rufst – selbst, wenn die Umwelt gerade richtig spannend ist. Beides ist kein Luxus. Es ist Fairness, Sicherheit und Freiheit in einem.

Die Grundlagen beruhen auf modernen, belohnungsbasierten Methoden. Du verstärkst Verhalten, das du häufiger sehen willst. Du brichst es in Mini-Schritte herunter. Und du schützt den Lernprozess durch gutes Management: eine passende Umgebung, durchdachte Routen und eine Schleppleine, wenn die Ablenkung hoch ist. Klingt simpel? Ist es – wenn du konsequent bleibst und das Training in deinen Alltag einwebst.

Deine Ziele sind konkret und messbar. Bei der Leinenführigkeit wünschst du dir: 70–80% des Spaziergangs an lockerer Leine, mit eingeplanten Erkundungsphasen. Beim Rückruf definierst du eine Trefferquote: 80–90% in mittlerer Ablenkung, bevor du die Schwierigkeit steigerst. So bleibt dein Hund erfolgreich, und du behältst den Überblick.

Warum lohnt es sich, dranzubleiben? Weil du mit Leinenführigkeit und Rückruftraining gleich mehrere Vorteile kassierst: Sicherheit im Straßenverkehr, entspanntere Begegnungen mit Menschen und Hunden, mehr Freiheit in geeignetem Gelände, weniger Frust auf beiden Seiten – und eine bessere Beziehung, weil ihr euch versteht. Du kommunizierst klar. Dein Hund weiß, was sich lohnt. Und du merkst: Teamwork fühlt sich richtig gut an.

  • Fair und freundlich: Belohnungen treiben das Lernen an, nicht Druck.
  • Klar und konsequent: Ein Signal bedeutet immer dasselbe – ohne Doppelsignale.
  • Klein und realistisch: Distanz, Dauer und Ablenkung separat steigern.
  • Sicher und vorausschauend: Schleppleine, Routenplanung, Wissen um lokale Regeln.

Wenn du dich fragst, ob das auch mit einem pubertären Wirbelwind klappt: Ja. Gerade dann. Struktur und gute Verstärkung sind die Rettungsanker in der Sturm-und-Drang-Phase.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Rückruftraining: Signalaufbau, Distanz und Ablenkungen

Ein starkes Signal wählen

Wähle ein klares Rückrufsignal, das nicht inflationär im Alltag auftaucht. Das kann ein scharfes „Hier!“ oder eine Hundepfeife sein. Zusätzlich kannst du einen Notfall-Rückruf aufbauen (z. B. Doppelpfiff). Den nutzt du nur, wenn’s wirklich zählt, und bezahlst ihn immer mit einem Mega-Jackpot. So bleibt er unverschlissen.

Signal konditionieren – der Wert entsteht zuerst

Der erste Schritt: Dein Hund soll denken „Rückrufsignal = Party bei dir“. Ohne Bedingung, ohne Prüfung. Du sagst einmal das Signal, dann folgt sofort eine Reihe toller Belohnungen bei dir. Ein paar Sessions im Haus, im Flur, im Garten – fertig ist die Grundbedeutung. So entsteht Vorfreude, und Vorfreude zieht an.

  • Signal einmal sagen – nicht wiederholen.
  • Direkt mehrere hochwertige Leckerchen füttern (Futterregen).
  • Kurze, häufige Sessions (2–3 Minuten, 2–4× am Tag).

Bewegung einbauen – aus Bedeutung wird Verhalten

Jetzt verknüpfst du das Signal mit der Handlung „zu dir kommen“. Lass deinen Hund 1–2 Meter weggehen. Signal. Du weichst minimal rückwärts. Dein Hund kommt, du markerst den Moment und belohnst an deinem Bein. Wichtig: Der Belohnungsort ist bei dir, nicht auf halber Strecke. Das erhöht die Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit.

  • Belohnung variieren: Futter, kurzes Zergeln, Handtarget, dann wieder Freigabe in die Umwelt.
  • Rückruf immer freundlich. Kein Herausschimpfen, wenn er langsam ist. Langsames Kommen ist immer noch Kommen – und trainierbar.

Distanz langsam steigern – Schleppleine als Sicherheitsgurt

Draußen geht’s mit Schleppleine los. Erst 3–5 Meter, später 7–10 Meter, je nach Umgebung. Steigere immer nur einen Faktor: Entweder Distanz oder Ablenkung. Nicht beides auf einmal. Du wirst schnell merken, wie die Reaktionsgeschwindigkeit schwankt – das ist normal.

  • Kurz testen: Reagiert dein Hund in 3–5 m zügig? Super, Distanz leicht erhöhen.
  • Wird er langsamer? Distanz wieder runter. Belohnungswert rauf. Management an.
  • Dokumentiere 3–5 Tage lang die Trefferquote, um Progress sichtbar zu machen.

Ablenkungen systematisch hinzufügen

Du willst, dass der Rückruf auch dann klappt, wenn’s ernst wird: andere Hunde, Rehgeruch, Kinder auf Rollern. Dafür brauchst du Stufen, keine Sprünge. Plane Umgebungen, in denen du Ablenkung dosieren kannst: großer Parkplatz am Sonntag, ruhiger Parkabschnitt, abgeerntetes Feld mit guter Sicht.

  • Niedrige Ablenkung: ruhige Wiese, kaum Gerüche, wenig Bewegung.
  • Mittlere Ablenkung: entfernte Hunde, Jogger, Radfahrende.
  • Hohe Ablenkung: Wildsichtung, Futterreste, Hundespiel.

Bei höheren Stufen: kürzere Distanzen, hochwertigere Belohnungen, dafür sofortige Freigaben nach dem Belohnen. Dein Hund lernt: „Komme ich schnell, geht’s danach wieder zum Spaß.“

Notfall-Rückruf – dein Airbag

Du trainierst ihn separat, selten und immer mit „Wow“-Effekt. Doppelpfiff, du gehst in die Knie, greifst zu Leberwursttube, Futterregen, kurzes Zergeln, dann Freilauf zurück. Dieser Ablauf bleibt die goldene Ausnahme – so bleibt der Notfall-Rückruf nahezu unfehlbar.

Ein Beispiel-Trainingsplan für 3 Wochen

  • Woche 1: Konditionierung drinnen und im Garten, kurze Distanzen, hohe Belohnungsrate.
  • Woche 2: Draußen mit Schleppleine, Distanz bis 7–10 m, mittlere Ablenkung nur kurz.
  • Woche 3: Variabler Belohnungsmix, kurze Tests in neuen Umgebungen, Notfall-Rückruf 1–2× üben (Maxi-Jackpot).

Wenn die Trefferquote fällt, atme durch. Schwierigkeit senken, Signal neu „aufwerten“, 2–3 Tage Reparaturphase – und weiter geht’s.

Generalisierung und Signaltreue sichern

Hunde sind Kontext-Lerner. Was zu Hause klappt, muss draußen neu verdient werden. Baue deshalb kurze Rückruf-Sequenzen in möglichst viele Situationen ein: andere Tageszeiten, Wetter, Untergründe, neue Orte. Halte die ersten Wiederholungen pro Kontext extrem leicht und belohne großzügig. So verankerst du Leinenführigkeit und Rückruftraining tief – nicht nur als Trick, sondern als echte Alltagskompetenz.

Leinenführigkeit alltagstauglich trainieren: Tempowechsel, Kehrtwenden und Belohnungsmanagement

Die Belohnungszone – dein Navigationssystem

Denke die Leinenführigkeit nicht als starre „Fuß“-Position, sondern als Zone neben deinem Bein. In dieser Zone ist die Leine locker, und diese Lockerheit bezahlst du. Manchmal mit Futter, manchmal mit einer Einladung zum Schnüffeln, manchmal mit einem freundlichen „Gut gemacht“. So wird die Zone attraktiv, ohne dass du ständig reden musst.

Übungen, die im echten Leben funktionieren

  • Check-ins belohnen: Jeder Blickkontakt ist Gold wert. Am Anfang häufig bestätigen, später variabel.
  • Tempowechsel: Langsam, normal, zügig – wechsle alle 5–10 Schritte. Wird die Leine locker gehalten, gibt’s Marker + Belohnung.
  • Kehrtwenden als Spiel: Drehungen früh einleiten (bevor die Leine spannt), freundlich ankündigen, belohnen, wenn dein Hund mitkommt.
  • Stop-and-Go: Zug = Stopp. Leine wird locker = Marker + Weitergehen. Ohne Ruck, ohne Ärger, aber klar.
  • Handtarget: Lass deinen Hund deine Hand berühren, um an Reizen ruhig vorbeizuführen.
  • Sniffari-Freigaben: Schnüffeln ist die Königsbelohnung. Setze sie strategisch ein, damit lockeres Gehen sich auszahlt.

Belohnungsmanagement – Timing und Wert

Dein Timing ist dein Supertool. Du markerst exakt den Moment der lockeren Leine oder des Blickkontakts. Die Belohnung folgt danach – am besten nah an deiner Beinseite. Achte auf den Wert der Belohnung: Trockene Kroketten verlieren gegen Rehgeruch. Käsewürfel, Leberwurst, weiche Futterstücke sind draußen oft unschlagbar. Und: Abwechslung hält’s spannend.

  • In leichten Situationen: normale Leckerchen, kurze soziale Bestätigung.
  • In mittleren Situationen: hochwertigeres Futter, Mini-Spielsequenzen.
  • In schweren Situationen: Mega-Belohnungen plus Umweltfreigabe („Okay, schnüffeln!“).

Dein Spaziergang mit Plan

Teile deinen Spaziergang in Phasen auf: kurze Trainingsfenster, dann freie Schnüffelabschnitte. Wähle Wege mit Platz zum Ausweichen und guter Sicht. Beginne nach 2–3 Minuten „Ankommen“ mit ersten Check-ins. Du wirst feststellen: Je planvoller du vorgehst, desto ruhiger wird dein Hund. Routine beruhigt – auch die eigenen Nerven.

Leinenhandling und Körperführung

Halte die Leine mit beiden Händen: die führende Hand nah am Körper, die andere gibt kontrolliert nach. Kein Dauerspannung-Halten. Nutze deinen Körperschwerpunkt, um Richtungswechsel einzuleiten, nicht die Arme. Schau dorthin, wo du hingehen willst – Hunde lesen Körper, nicht Worte. So fühlt sich Leinenführigkeit und Rückruftraining flüssig und leicht an.

Die richtige Ausrüstung: Leine, Geschirr, Schleppleine und hochwertige Belohnungen

Gute Ausrüstung ist kein Zauberstab, aber sie macht Training sicherer und faires Handling leichter. Sie schützt den Körper deines Hundes und gibt dir Kontrolle, ohne grob zu werden. Hier ein kompakter Überblick.

Ausrüstung Empfehlung Vorteile
Geschirr Gut sitzendes Y-Geschirr, gepolstert, mit voller Schulterfreiheit Schonend für Nacken/Kehlkopf, gute Bewegungsfreiheit, klare Leinenführung
Leine 2–3 m in der Stadt, 3–5 m im Park; griffiges Material Orientierungsspielraum für den Hund, angenehmes Handling
Schleppleine 5–10 m Biothane/Gummi, ohne Handschlaufe, Handschuhe empfohlen Sichere Distanzarbeit, gutes Feedback, Schutz in Wildgebieten
Signalgeber Hundepfeife (konstante Tonhöhe), Markerwort oder Clicker Präzises Timing, gute Reichweite, verlässliche Kommunikation
Belohnungen Weiche, kleine Happen; Lieblingsspielzeug; Leberwursttube Schnelle Aufnahme, hohe Motivation, variabel einsetzbar

Nice-to-have: Reflektoren für dunkle Jahreszeiten, gut sitzende Leckerli-Tasche (Magnetverschluss), Pfotenschutz bei rauem Untergrund und ein Handwärmer für kalte Tage – du wirst ihn lieben, wenn du an der Schleppleine übst. Optional kann ein Front-Clip am Geschirr helfen, das Management in schweren Phasen zu erleichtern. Denke daran: Er ersetzt kein Training, er entspannt es nur.

Häufige Trainingsfehler und wie du sie vermeidest: Ziehen, Doppelsignale und Inkonsequenz

Niemand startet perfekt. Fehler gehören dazu – wichtig ist, sie früh zu erkennen. Hier sind die Klassiker und was du stattdessen tun kannst.

  • Signal-Spam: „Hier, hier, hier!“ Das verwässert die Bedeutung. Lösung: Einmal rufen, kurz warten, dann Management (Distanz senken, anleinen), Signal neu aufwerten.
  • Rückruf „vergiften“: Hund kommt – und wird angeleint, Spaß vorbei. Lösung: Häufig nach dem Rückruf wieder freigeben oder ein Mini-Spiel einbauen.
  • Zwei Dinge auf einmal steigern: Distanz und Ablenkung gleichzeitig. Lösung: Immer nur einen Parameter erhöhen.
  • Inkonsequenz: Eine Person bleibt bei Zug stehen, die andere zieht mit. Lösung: Hausregeln festlegen und sichtbar machen (z. B. Zettel an der Garderobe).
  • Falscher Belohnungswert: Krokette gegen Wildgeruch? Keine Chance. Lösung: Draußen wertiger belohnen, notfalls mit „Life Rewards“ (Schnüffeln, Freilauf).
  • Zu lange Sessions: Übermüdung führt zu Frust. Lösung: Kurz, dafür öfter. Qualität vor Quantität.
  • Flexi-Leine im Aufbau: Permanenter Mikrozug wird „normal“. Lösung: Erst mit fixer Länge trainieren, Flexi später bewusst einsetzen.
  • Ohne Sicherheitsnetz: In wildreichen Gebieten ohne Schleppleine testen. Lösung: Sicherheit zuerst. Schleppleine ist dein dritter Arm.

Mini-Hack: Belohne das Herabsinken der Leine in den Karabiner – dieses klitzekleine „Kling“ ist dein Sound für Lockerheit. Je öfter du es feierst, desto seltener wirst du Zug erleben.

Community-Power auf espeleo-cat.org: Erfahrungsberichte, Fragen an Expert:innen und Trainingspläne

Gemeinsam trainieren macht’s leichter. In der Community von espeleo-cat.org triffst du Menschen mit denselben Fragen, kleinen Rückschlägen und großen „Yes!“-Momenten. Du findest Vorlagen, Feedback und Motivation, wenn der Alltag wild wird – ganz ehrlich, das rettet Trainingsroutinen.

  • Erfahrungsberichte: Wie andere ihre Rückrufquote von 40% auf 90% gehoben haben – inklusive Stolpersteinen.
  • Frag die Expert:innen: Video-Feedback, knappe Analysen, klare nächste Schritte für Leinenführigkeit und Rückruftraining.
  • Vorlagen und Pläne: Wochenpläne, Checklistenvordrucke, Belohnungsideen nach Reizstärke.
  • Monats-Challenges: Zum Beispiel „7 Tage U-Turn-Game“ oder „Freigaben richtig timen“ – kurz, knackig, motivierend.

Teile deine Fortschritte, feiere kleine Siege, stell Fragen – und hol dir diese eine Perspektive, die dir gestern noch gefehlt hat. Manchmal ist ein externer Blick genau der Turbo, der Trainingsprozesse wieder ins Rollen bringt.

Sicherheit und Rechtliches: Leinenpflicht, Wildtierschutz und Freilauf-Checklisten

So viel Freiheit wie möglich, so viel Sicherheit wie nötig – und immer rechtlich sauber. In Deutschland, Österreich und der Schweiz variieren Leinenpflichten je nach Bundesland/Kanton, Gemeinde und Jahreszeit. Besonders während der Brut- und Setzzeiten gelten häufig strengere Regeln. Dazu kommen Schutzbestimmungen für Wild- und Weidetiere sowie lokale Verordnungen in Parks und Naturschutzgebieten. Kurz: Informiere dich vor Ort, halte Ausschau nach Beschilderungen und plane Freilauf bewusst.

Grundsätze für verantwortungsvollen Freilauf

  • Rechte kennen: Kommunale Verordnungen checken; in Schutzgebieten meist Leinenpflicht.
  • Rücksicht üben: Frühzeitig sichern, wenn Kinder, Joggende, Radfahrende oder Hundegruppen auftauchen.
  • Rückruf realistisch prüfen: Freilauf erst, wenn deine Quote in vergleichbarer Umgebung stabil 80–90% erreicht.
  • Umfeld scannen: Dämmerung, dichter Bewuchs und Kurven verringern Sicht – erhöhtes Management.
  • Gesundheit schützen: Signale wie „Aus“ und „Weiter“ gegen Aas/Köder parallel trainieren.

Freilauf-Checkliste vor dem Ableinen

  • Ist Freilauf hier gerade rechtlich erlaubt?
  • Wie hoch ist die Ablenkung (Wild, Menschenandrang, Hundeansammlungen)?
  • Habe ich Sicht und Fluchtwege im Blick?
  • Passt die aktuelle Rückrufquote zu dieser Umgebung?
  • Trägt der Hund Geschirr/Marke? Habe ich Schleppleine und hochwertige Belohnungen parat?
  • Bin ich mental bereit, aktiv zu managen, statt „laufen zu lassen“?

Wildtierschutz und Weideflächen – fair und sicher handeln

Wildtiere haben Stress, wenn Hunde hinterhergehen oder in Ruhezonen stöbern. Weidetiere (v. a. in alpinen Regionen) reagieren empfindlich auf Hunde in der Nähe. Deshalb: Beschilderung respektieren, Abstand halten, Leine drauf, wenn nötig weiträumig ausweichen. Übrigens: Auch gut trainierte Hunde haben Jagdinstinkte. Management ist kein Misstrauen – es ist Vorsorge.

FAQ: Häufige Fragen zu Leinenführigkeit und Rückruftraining

Ab wann starten?
Ab Tag eins. Winzige Einheiten, viel Spaß, null Druck. Mit Welpen nur Sekunden statt Minuten – dafür mehrfach täglich.

Wie lange dauert „zuverlässig“?
Rechne mit 4–12 Wochen für solide Ergebnisse, je nach Hund, Umgebung und Trainingsfrequenz. In wildreichen Gegenden länger – das ist normal.

Was, wenn es plötzlich schlechter läuft?
Schwierigkeit runter, Belohnungswert rauf, Schleppleine dran, 2–5 Tage Reparaturphase. Danach in kleinen Stufen anziehen.

Wie oft trainieren?
Kurz und oft: 2–5 Minuten, 2–4× täglich. Spaziergänge in Trainings- und Erkundungsphasen aufteilen.

Ziehproblem am Anfang?
Sehr häufig. Starte mit 2–3 Minuten Orientierungsspiel, dann losgehen. Markere jeden Blickkontakt früh – so setzt du den Ton für den Spaziergang.

Was, wenn mein Hund bei Hundesichtung „abschaltet“?
Distanz vergrößern, Handtarget anbieten, leichtere Alternativaufgabe (z. B. 3 schnelle Check-ins) und später in größerer Entfernung kurz Rückruf testen. Kommt er, folgt Jackpot plus kontrollierte Freigabe.

Praxis-Quickstart: 12 Minuten, die sitzen

  • 1 Minute Check-ins belohnen, Marker „aufwärmen“.
  • 3 Minuten Leinenführigkeit: Tempowechsel, Kehrtwenden, lockere Leine sofort markieren.
  • 3 Minuten Rückruf mit Schleppleine: 4–6 Wiederholungen, immer an deinem Bein belohnen.
  • 2 Minuten Reiz-Übergänge: An zwei leichten Reizen vorbei mit Handtarget.
  • 3 Minuten Sniffari-Freigaben als Life Reward: Ruhe reinbringen, positiv enden.

Feinschliff: Mindset und Routinen

Erwarte keine gerade Linie. Fortschritt verläuft wellenförmig. Feiere Mikro-Erfolge, bleib neugierig, dokumentiere deine Schritte. Du trainierst nicht nur deinen Hund, du trainierst euch als Team. Je fairer, klarer und planvoller du bist, desto verlässlicher werden Leinenführigkeit und Rückruftraining. Und ja, du wirst irgendwann lächeln, wenn dein Hund in Vollspeed zu dir fliegt – weil ihr es euch gemeinsam erarbeitet habt.

Bonus: Typische Alltagsszenen meistern

  • Begegnung in enger Gasse: U-Turn früh, Handtarget als „Anker“, an der Bordsteinkante kurz stehen bleiben, dann freundlich weiter.
  • Wildgeruch am Waldrand: Schleppleine kürzer, zwei schnelle Check-ins belohnen, dann 10–15 Meter „Schnüffeln frei“. Balance statt Dauerverbot.
  • Hundespiel im Park: Kurzer Rückruf-Test. Kommt dein Hund flott, gibt’s Belohnung + erneute Freigabe zum Spiel. So bleibt der Rückruf alltagstauglich.
  • Restaurantbesuch: Vorher 5 Minuten „Matten-Training“ zu Hause, draußen kurze Entspannungsrunde, dann ruhige Kaubelohnung. Leinenführigkeit und Rückruftraining zahlt auch hier ein – dein Hund kann besser herunterfahren.
  • Besuch zu Hause: Begrüßung kurz strukturieren (Leine als Management, Handtarget, dann Freigabe), Belohnungen in der Nähe, klare Regeln – so bleibt’s freundlich und stressfrei.

Dein nächster Schritt

Lege dir heute noch drei klare Dinge zurecht: dein Rückrufsignal, dein Marker und deine Top-5-Belohnungen. Plane zwei kurze Sessions für morgen ein und such dir in der Community von espeleo-cat.org eine passende Wochen-Challenge. Danach wirst du merken: Es läuft – und zwar an lockerer Leine, mit Rückruf, der wirklich sitzt. Leinenführigkeit und Rückruftraining sind kein Hexenwerk, sondern Handwerk. Und das hast du in der Hand.

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